Dodona

Das Zeusorakel in Dodona in Epirus wird bereits von Homer in der Ilias und Odyssee erwähnt und es scheint, daß schon in der Zeit um 700 das Orakel im Norden Griechenlands als barbarisch galt. Die fortschreitende Besiedlung verschob den Schwerpunkt der griechischen Kultur nach Süden und dadurch wurde der Norden als rückständig und unzivilisiert betrachtet. Die Bedeutung des Orakels in der Klassik läßt sich aber nicht verleugnen, da bronzene Tafeln viele Orakelprüche im 5. Jh. v. Chr. belegen. Es handelte sich dabei um einfache Fragen, die private Probleme offenbaren: "Soll ich eine Reise machen ?", "Soll ich heiraten?" oder "Werde ich Kinder haben?". Die formelhaften Antworten auf diese Fragen, lassen auf Losorakel schließen.
In der griechischen Literatur präsentiert sich das Orakel von Dodona jedoch ganz anders: das Zentrum des Kultes war eine uralte Eiche, in der sich nach dem Mythos Tauben niedergelassen hatten und in menschlicher Sprache nach einem Zeuskult verlangten. Daher gab es Orakelsprüche, indem die Priester das Rauschen der Blätter und das Flugverhalten der Tauben interpretierten und so eine Antwort auf die Fragen der Ratsuchenden erhielten (Zeichenorakel).