1. Quellen: 2. Zu Gast bei den Griechen

3. Zu Gast bei den Römern

4. Eigene Erfahrungen




Quellen


nach oben Schriftquellen

Aus Homers Ilias und Odyssee beispielsweise erfahren wir von Nahrungsmitteln und deren Zubereitung, Hesiods Erga beschreiben Leben und Arbeit des einfachen böotischen Bauern, Komödien, z.B. von Aristophanes, besonders aber die Mittlere und Neue Komödie, spielen auf Essen und Trinken an, der Koch spielt darin häufig eine Rolle. Die Symposion-Literatur wie Athenaios' Deipnosophistai ist eine große Fundgrube an allem Alltäglichen. Kochbücher, vermutlich von reisenden Köchen verfaßt, sind seit dem 5. Jh.v. Chr. bekannt. Vertreten waren sie besonders in Süditalien, wo an den dortigen Tyrannenhöfen ein besonders verschwenderischer Tafelluxus herrschte. Leider sind uns heute nur kleine, auf Papyrus erhaltene Rezepte bekannt, außerdem Zitate bei Athenaios sowie die res coquinaria des Apicius. Satiren wie "Trimalchios Gastmahl" von Petron oder Dichtungen von Martial zeigen, daß die Beschreibung von Gastmählern eine beliebte Literaturgattung war. Landwirtschaftliche Fachschriften wie von Cato, Columella und auch Plinius beeinhalten wertvolle Hinweise über Landbau, Viehzucht, Obstkultur und Weinbereitung. Die Epigraphik liefert Hinweise auf Warenpreise, so z.B. das Preisedikt des Diokletian des Jahres 301 n. Chr.


nach oben Archäologische Quellen

Viele Informationen liefern uns Bildquellen aller Art, wie Mosaike, Wandgemälde, v.a. aber die zahlreichen Vasenbilder. Auf Mosaiken sind häufig die Speisen selbst dargestellt; so ist auf einem asaroton-Mosaik, das sich heute in den Musei Vaticani in Rom befindet, der noch ungefegte Fußboden nach einem Gastmahl dargestellt, auf dem sich die Reste der Mahlzeit befinden: Knochen, Geflügelbeine, Krebsscheren, Obstkerne und Schneckengehäuse.
Desgleichen sind auf Wandgemälden Speisen sowie Geschirr und Gefäße dargestellt, während Vasenbilder hauptsächlich das gemeinsame Mahl zeigen. Auskunft gewähren uns auch erhaltenes Eßgeschirr, Trinkgefäße, Kochtöpfe, Vorratsgefäße, Eßbestecke, Schöpfkellen und sonstige Küchengeräte.

Originalfunde von konservierten Nahrungsmitteln sind hingegen eher selten, finden sich aber gelegentlich in Pompeji und Herkulaneum sowie nördlich der Alpen. So stammen aus Pompeji Brote in typisch runder Form, Eier, Haselnüsse, Mandeln und Datteln. Fundplätze hierfür sind hauptsächlich Fäkalien-, Abfallgruben und Kanäle; auch die Unterwasserarchäologie bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Küchen in ausgegrabenen Häusern sind dagegen nicht sehr ergiebig, da aus dem griechischen Gebiet keine "fest installierten" Kochgeräte bekannt sind. Denn diese, wie auch die Kochstelle selbst, waren transportabel und mobil. Die römischen Mietskasernen besaßen oft gar keine Kochgelegenheit, daher wurde zumeist außerhalb in Thermopolien und Garküchen gegessen. Die großen und prächtigen Häuser in Pompeji wiesen selbstverständlich Küchen auf, wie das Vettierhaus, eines der größten und prächtigsten Häuser, belegt, doch waren diese sehr eng und klein, man schenkte ihnen also keine größere Beachtung, im Gegensatz zu dem Tafelsilber, auf dem serviert und gegessen wurde. Ein Fresko aus einer Nekropole von Pompeji zeigt beispielsweise ein silbernes Tafelservice.


nach oben Internetadressen

www.proarchaeologia.org/OnlinePaper/index.htm

www.mittelalterlich-kochen.de
www.roemerkueche.de
www.info-antike.de/essen.htm
www.phil.uni-erlangen.de~p2latein/schmitzer/anthol.htm


Gängige Literatur mit weiterleitenden Verweisen

Alföldi-Rosenbaum, E., Das Kochbuch der Römer 8 (1988).
Amouretti, M.-C., Le pain et l'huile dans la Grèce antique (1986).
André, J., Essen und Trinken im alten Rom (1998).
Blanck, H., Essen und Trinken bei Griechen und Römern, in: Antike Welt 11, 1980, 17-34.
Blanc, N. - A. Nercessian, La cuisine romaine antique (1992).
Bruns, G., Küchenwesen und Mahlzeiten (1970), (Archaeologia Homerica II, Q).
Dalby, A., Food in the Ancient World from A-Z (2003).
Dalby, A. - S. Grainger, Küchengeheimnisse der Antike (1996).
Dayagi-Mendels, M., Drink and Be Merry: Wine and Beer in Ancient Time, Ausstellungskatalog Jerusalem (1999).
Dentzer, J.-M., Le Motif du Banquet couché dans le Proche-Orient et le monde Grec du VIIe au IVe siècle a. Chr. (1982).
Deubner, L., Attische Feste (1959).
Gerlach, G., Zu Tisch bei den alten Römern (2001), mit einer Reihe schöner Abbildungen.
Hierzu Rezension von G. E. Thüry in: AW 35 (2004) 108 f.
Grewenig, M. M. (Hrsg.), Mysterium Wein, Ausstellungskatalog Speyer (1996).
Hagenow, G., Aus dem Weingarten der Antike (1982).
Junkelmann, M., Panis Militaris 2 (1997)
Longo, O., Le forme della predazione: Cacciatori e pescatori nella Grecia antica (1989).
Marcus Gavius Apicius. De re coquinaria. Über die Kochkunst. Lateinisch und deutsch, hrsgg. und übersetzt von R. Maier (1991).
Matthäus, H., Das griechische Gelage und der Orient, in: Nürnberger Blätter zur Archäologie 16, 1999/2000, 41-64.
McGovern, P. E. - St. J. Fleming - S. H. Katz, The Origins and Ancient History of Wine 3 (2000).
Schäfer, A., Unterhaltung beim griechischen Symposion (1997).
Schäfer, A., Alte Werte, neue Bilder: Das Trinkgelage klassischer Zeit in Athen, in: Die griechische Klassik, Ausstellungskatalog Berlin (2002) 285-295.
Sparkes, B. A., The Greek Kitchen, JHS 82, 1962, 121-137.
Sparkes, B. A., The Greek Kitchen: Addenda, JHS 85, 1965, 162 f.


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Verfasserinnen:

Bärbel Morstadt M.A.
Katrin Dyballa M.A.



© 2004 Institut für Klassische Archäologie Erlangen